Weiterbildung Meister: Fakten und Daten zur beliebtesten Aufstiegsfortbildung in Deutschland

Die Meisterqualifikation ist eine der beliebtesten Weiterbildungen in Deutschland. Die Fortbildung eröffnet den beruflichen Aufstieg (z.B. als Führungskraft) und kann zur Sicherung des Arbeitsplatzes dienen. Zudem erweitert die Fortbildung die fachlichen und auch kaufmännischen Kompetenzen und ist immer noch die entscheidende Aufstiegsfortbildung im Handwerk. Zwar kann seit der Novelle der Handwerksordnung von 2004 auch in fast allen zulassungspflichtigen Berufen des Handwerks ein Gewerbebetrieb er öffnet werden, trotzdem entscheiden sich immer noch viele Handwerker für diese Qualifizierungsweiterbildung.




Teilnehmer an der Meister Weiterbildung


Die Zahl der Teilnehmer an der Weiterbildung zum Meister ist in den letzten Jahren wieder konsequent gestiegen. 2011 haben insgesamt 23.149 Handwerker ihre Meisterprüfung abgelegt. 86, 7 Prozent konnten sie davon erfolgreich abschließen. Am häufigsten wird der Meister im Elektro- und Metallgewerbe angestrebt (11599 Prüfungsteilnehmer 2011), im Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe mit 217 Prüfungsteilnehmer dagegen sehr selten.

Frauen machen übrigens immer noch mit 4404 Teilnehmerinnen einen relativ kleinen Anteil der Meisterschüler aus. Der überwiegende Teil von ihnen (3511) machen ihren Meister im Bereich Gesundheits- und Körperpflege und chemische Reinigung.




Ablauf der Meistervorbereitung


Der Ablauf der Meistervorbereitung ist einheitlich geregelt und unterscheidet sich in den verschiedenen Bereichen lediglich in den fachlichen Schwerpunkten. Die Meisterschulen werden in Lehrgangsmodulen angeboten. Sie sind wie die Meisterprüfung selbst in vier Teile gegliedert:

  1. Fachpraxis (fachlicher Teil)
  2. Fachtheorie (Fachlicher Teil)
  3. Wirtschaft & recht (allgemeinkundlicher Teil)
  4. Berufs- und Arbeitspädagogik (allgemeinkundlicher Teil)

Um den Weiterbildungsteilnehmern eine hohe Flexibilität zu bieten, können sie im Regelfall selbst bestimmen, wann und wie sie die einzelnen Teile zu ihrer Meisterprüfung vorbereiten. Viele Meisterschulen bieten ihren Schülern z. Bsp. an, die fachlichen Teile 1 & 2 zusammen in einem Lehrgang zu besuchen ohne dabei auch die anderen beiden Teile 3 und 4 dieses Lehrgangs mitbuchen zu müssen. So können sie sich die Fortbildung auf ein Teilbereich konzentrieren und zeitlich unabhängig den allgemeinkundlichen Teil planen. Darüber hinaus gibt es auch an immer mehr Meisterschulen die Möglichkeit, den Meisterlehrgang komplett berufsbegleitend in Abend- und Wochenendveranstaltungen zu besuchen.



Finanzierungsmöglichkeiten: Das Meister BAföG


Die Qualifizierung zum Meister ist kostspielig -durchschnittlich muss mit 6000 bis 10.000 Euro gerechnet werden. Handwerker mit abgeschlossener Erstausbildung oder einem vergleichbaren Berufsabschluss können für die Fortbildung zum Handwerker- oder Industriemeister eine Ausbildungs förderung nach dem Aufstiegsausbildungs-
förderungsgesetz (sog. Meister-BAföG). Die Förderung kann für Vollzeit als auch Teilzeitmaßnahmen beantragt werden. Der Beitrag wird einkommens- und vermögensunabhängig gewährt und kann maximal 10.226 € für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren übernehmen. 30, 5 Prozent werden dabei in Form eines Zuschuss aus einem Bankdarlehen, welches zins- und tilgungsfrei ist für längstens sechs Jahre ab Maßnahmebeginn gewährt. Zudem noch einmal max. 1.534 € in Darlehensform Kosten des Meisterstücks oder vergleichbarer Arbeiten. Für Vollzeitmaßnahmen kann noch ein Beitrag zum Lebensunterhalt (abhängig von Einkommen und Vermögen) als Teilzuschuss/darlehen beantragt werden.

Die Höchstsätze betragen monatlich für:

  • Alleinstehende ohne Kind 697,- Euro (238,- Euro Zuschuss/459,- Euro Darlehen)
  • Alleinstehende mit einem Kind 907,- Euro (343,- Euro Zuschuss/564,- Euro Darlehen)
  • Verheiratete 912,- Euro (238,- Euro Zuschuss/674,- Euro Darlehen)
  • Verheiratete mit einem Kind 1.122,- Euro (343,- Euro Zuschuss/779,- Euro Darlehen)
  • Verheiratete mit zwei Kindern 1.332,- Euro (448,- Euro Zuschuss/884,- Euro Darlehen)


Für Teilnehmer mit mehr als zwei Kindern erhöht sich dieser Beitrag um 210,- Euro je weiteres Kind und wird zu 50 Prozent als Zuschuss geleistet. Alleinerziehende können zusätzlich einen monatlichen Zuschuss zur Kinderbetreuung von max. 113,- Euro erhalten. Der Vermögensfreibetrag liegt bei 35.791,- Euro.


Empfänger von Meister-BAföG


Seit der Reformierung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) können auch andere Qualifizierungsmaßnahmen gefördert werden. Damit soll eine kontinuierliche Höherqualifizierung über alle Altersgruppen hinweg gewährleistet und dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegen gewirkt werden. Auch Fachwirte können zum Beispiel ihre Fortbildung durch das Meister-BAföG fördern lassen, solange sie an einer Fortbildung teilnehmen, die auf eine öffentlich-rechtliche Prüfung wie die Meisterprüfung vorbereitet. Diese Auflockerung der Förderungsvoraussetzungen hat zu einem konsequenten Anstieg der Meister-BAföG-geförderten Menschen in Deutschland geführt. Im Jahr 2010 konnten 166.000 Menschen bei ihrer Aufstiegsfortbildung unterstützt werden.




Gesetzliche Regelungen zum Meister


Seit der Novelle der Handwerksordnung 2004 ist in den zulassungsfreien und handwerksähnlichen Berufen im Handwerk (Anlage B, B1 HWO) eine Meisterqualifikation nicht mehr nötig, um einen Gewerbebetrieb zu eröffnen. Voraussetzung für das Ausbilden in den zulassungsfreien und handwerklichen Berufen ist lediglich noch das Ablegen der Ausbildereignungsprüfung. Auch in den zulassungspflichtigen Berufen gibt es immer mehr Möglichkeiten, mit alternativen Qualifikationen den Handwerksberuf selbstständig auszuüben. Die Bezeichnung Meisterbetrieb darf allerdings nur getragen werden, wenn mindestens ein Mitarbeiter oder der Inhaber einen Meistertitel besitzt.



Gleichstellung von Meister und Bachelor


Seit der Neuregelung 2012 wird der an der Handwerks-, Industrie-, und Handelskammer Meisterbrief mit dem Bachelor-Abschluss gleichgestellt. Beide Qualifikationen wurden durch Bund, Länder und Sozialpartner auf Niveau sechs des Deutschen Qualifikationsrahmens eingestuft. Allerdings werden die Abschlüsse zwar als gleichrangige aber nicht als gleichartige Qualifikationen gehandelt, da sie in unterschiedlichen Bildungsbereichen erworben wurden. Trotzdem führt die Gleichwertigkeit zu einer erhöhten Transparenz von Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt und gibt, unabhängig vom Bildungsort, an dem die Qualifikation erworben wurde, wichtige Informationen über das fachliche Können eines Bewerbers.

Mit dem Meister studieren


Durch die Neuordnung des deutschen Hochschulzugangssystems berechtigt der Meisterbrief auch zu einem Bachelorstudium. Handwerksmeister dürfen an allen deutschen Hochschulen unabhängig von der Note ihrer Meisterprüfung ein ihrer Ausbildung entsprechendes Studium aufnehmen. Möglich wären zum Beispiel Ingenieurstudiengänge für einen Mechanikermeister. Zwar ist eine zusätzliche oder gesonderte Eignungsprüfung nicht zulässig, doch liegt es im jeweiligen Ermessen der Hochschule, ob der Meister aufgenommen wird.





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