Berufsrückkehrerinnen - Wiedereinstieg durch Weiterbildung

Die Mehrheit der nicht berufstätigen Mütter möchte wieder nach einer gewissen Zeit arbeiten gehen, so stellte es das Institut für Demoskopie in Allensbach fest. Über die Hälfte der Frauen mit ein oder zwei Kindern arbeiten nach der Elternzeit besonders häufig in Teilzeitmodellen.


Warum Wiedereinstieg:
Gründe für einen gewünschten Wiedereinstieg gibt es viele. So können immer weniger Paare langfristig nur durch ein Gehalt den Familienunterhalt sichern. Genauso kann eine Trennung vom Partner zu einer veränderten Lebenssituation führen, die einen Wiedereinstieg in das Berufsleben notwendig macht. Gerade für viele jüngere Frauen ist es heute selbstverständlich nach der Babypause wieder erwerbstätig zu werden.

Generell haben immer mehr Frauen das Bedürfnis sich nicht nur auf die Rolle der Hausfrau und Mutter zu beschränken. Das Gefühl auf eigenen Beinen zu stehen, "raus zu kommen" und eigenes Geld zu verdienen, möchten die meisten Frauen auch nach längeren Erziehungszeiten nicht vollständig aufgeben. Nicht zuletzt macht vielen Frauen ihr erlernter Beruf Spaß und sie haben Freude an ihrer Arbeit. Ein Wiedereinstieg in das Berufsleben bedeutet für viele Frauen eine finanzielle und soziale Absicherung, eine Sicherung des Familieneinkommens und auch den Ausbau der eigenen Rentenansprüche.


Probleme beim Wiedereinstieg:
Allerdings gestaltet sich gerade für Frauen der Wiedereinstieg teilweise durchaus als schwierig - nach den oft langen Auszeiten, die schon mal zehn und mehr Jahre dauern können, sind ruhende Arbeitsverträge nicht mehr einzufordern oder der Arbeitgeber ist teilweise nicht mehr in der gleichen Form existent.

Zudem ist das fachliche Wissen oft veraltet und der eigene Marktwert im Arbeitsleben schwer einzuschätzen. Weiterbildung und Qualifizierung können den Wiedereinstieg erheblich erleichtern und nicht nur das Fachwissen wieder auf einen aktuellen Stand bringen, sondern auch die eigenen Kompetenzen entscheidend erweitern.


Unterstützung durch Beratung:
Deswegen macht es durchaus Sinn, sich vor dem geplanten Wiedereinstieg Hilfe bei einer Beratungsinstitution zu holen. Bei der Arbeitsagentur werden regelmäßig Veranstaltungen für Berufsrückkehrer angeboten. In einem ersten persönlichen Beratungsgespräch können die Interessierten zusammen mit dem Berater einen individuellen Plan zum Wiedereinstieg entwerfen. Das wichtigste vor dem Wiedereinstieg ist es, sich darüber klar zu werden, was die eigenen Ziele und Wünsche sind.

Der Neustart in das Berufsleben bietet viele Chancen noch einmal ganz neue Wege einzuschlagen. Deswegen ist es besonders wichtig, dass sich die Frauen sicher sind, welcher Weg für sie der Richtige ist. Je mehr sie über ihre eigenen Wünsche, Kenntnisse und Fähigkeiten wissen, desto klarer zeichnet sich das zu erreichende Ziel ab und desto selbstbewusster treten diese Frauen ihre Jobsuche an.


Mit Weiterbildung den Wiedereinstieg sichern:

Die Arbeitswelt verändert sich ständig. Technische Entwicklungen, veränderte Arbeitsabläufe oder neue Trends fließen stetig in die Arbeitswelt mit ein - wer lange nicht in seinem Beruf gearbeitet hat, der hat oft solche entscheidenden Veränderungen verpasst.

Mit einer passenden Weiterbildung können sich Frauen den Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag erleichtern und schon während der Elternzeit neue Kompetenzen und Fachwissen dazugewinnen. Gerade Frauen, die lange nicht mehr im Berufsleben tätig waren, sollten die Möglichkeit nutzen sich zu qualifizieren und weiterzubilden. Das erlernte Wissen verbessert nicht nur ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sondern gibt ihnen auch mehr Selbstbewusstsein für die zukünftige Jobsuche.


Vielfältige Angebote:
Für interessierte Wiedereinsteigerinnen gibt es eine Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten, die je nach eigenem Interesse und eigenen Kenntnissen, Fähigkeiten erweitern oder erneuern. Zum Beispiel können Computer- und Sprachkenntnisse aufgefrischt werden oder spezielle Kurse für Bewerbungstrainings und Jobcoaching besucht werden. Auch ein höherer Schulabschluss oder die (Wieder-)Aufnahme eines Studiums kann eine sinnvolle Weiterbildung darstellen.
Eine erste Orientierung in puncto Weiterbildungsmöglichkeiten bietet die Übersicht auf Weiterbildung Direkt, die Datenbank des Deutschen Bildungsservers oder auch die örtliche Volkshochschule. Welche Weiterbildung und Fortbildungsart die richtige ist, sollte jede Frau mit der Unterstützung von Beratungsangeboten für sich individuell entscheiden. Wichtig ist dabei, dass sie auch für sich selbst den hohen Nutzen erkennt, den ihr eine Weiterbildung verschafft. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat eine Checkliste entwickelt, was bei der Auswahl berücksichtigt werden sollte und wie man die für sich passende Weiterbildung am besten findet.


Förderungsmöglichkeiten:
Frauen und Männer können bei einem Wiedereinstieg in das Berufsleben verschiedene Förderungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Die üblichen Fördermittel sind Bildungsgutscheine und das Meister-BAföG.

In NRW gibt es zudem die Möglichkeit einen Bildungscheck zu erhalten, der die Kosten berufsbezogener Weiterbildungen bis max. 500 Euro erstattet. Verschiedene Beratungsinstitutionen des Landes NRW informieren über dieses Förderangebot und stellen den Scheck nach einer vorherigen obligatorischen Beratung aus. Besonders Frauen nutzen dieses Angebot sehr häufig - bei den Antragsstellern machen sie 70 Prozent aus.


Wichtige Adressen:

Wer seinen Wiedereinstieg plant, der sollte sich vorab an eine der bekannten Beratungsstellen wenden. Einen guten Überblick bietet dazu das Portal Perspektive Wiedereinstieg des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Darüber hinaus informiert die Bundesagentur für Arbeit über aktuelle Beratungsangebote und das Portal WiedereinstiegNRW über lokale Angebote aus Nordrhein-Westfalen.





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