Förderung von Weiterbildung - wer zahlt was?

Wer sich für eine Weiterbildung interessiert hat mittlerweile gute Chancen, zumindest einen Teil der Kosten erstattet zu bekommen. Es gibt viele Möglichkeiten, ein wenig Unterstützung zu erhalten. Besonders der Bund stellt eine ganze Reihe Förderungszuschüssen zusammen, die von unterschiedlichen Zielgruppen wahrgenommen werden können. Wir haben im Folgenden alle wichtigen Förderungsmöglichkeiten für Weiterbildungsinteressierte zusammengestellt:


Zuschüsse vom Bund


Bildungsprämie

Die Bildungsprämie ist ein Kombiangebot, das aus zwei Komponenten besteht: Dem Prämiengutschein und dem sogn. Weiterbildungssparen. Dabei können beide direkt gemeinsam eingesetzt werden.

Die Bildungsprämie können Arbeitnehmer beantragen, die ein zu versteuerndes Jahreseinkommen bis 20.000 (bei Ehepaaren 40.000) erhalten. Gefördert werden Weiterbildungen, die die Teilnehmer beruflich voranbringen.

Der Prämiengutschein kann direkt als Hilfe vom Staat eingelöst werden und deckt die Hälfte der Kosten, max. aber 500 Euro ab. Den Rest muss der Antragssteller übernehmen. Wer eine Weiterbildung über den Prämiengutschein teilfinanzieren möchte, der muss zuerst an einer entsprechenden Beratung teilnehmen. Der Berater kann dann den Gutschein ausstellen.

Das Weiterbildungssparen kann vor allem von Leuten genutzt werden, die über das Vermögensbildungsgesetz und vermögenswirksamen Leistungen sparen. Für das Weiterbildungssparen erstellt der Berater einen Spargutschein, der dann wiederum vom Weiterbildungsanbieter ausgefüllt werden muss, danach kann der Kursteilnehmer bei seiner Bank Geld aus dem Guthaben entnehmen. Die Arbeitnehmersparzulage geht dabei nicht verloren. Im Einzelfall sollte allerdings immer auch noch einmal bei den Kreditinstituten Informationen über die einzelnen Bedingungen für die Entnahme eingeholt werden.

Mehr Infos gibt es unter www.bildungspraemie.info.


Bildungsgutschein

Der Bildungsgutschein soll - im Gegensatz zu dem Prämiengutschein - vor allem Arbeitssuchende bei der Wiedereingliederung unterstützen. Dabei werden nicht nur die reinen Fortbildungskosten übernommen, sondern auch alle damit anfallenden Kosten wie die Fahr-t, Übernachtungs- und Verpflegungskosten.

Förderfähig sind neben Arbeitslosen auch Arbeitnehmer, deren Kündigung kurz bevorsteht oder deren Arbeitsvertrag ausläuft. Welche Weiterbildung am sinnvollsten ist, muss der Antragssteller selbst entscheiden und recherchieren. Die Arbeitsagentur stellt den Gutschein aus und bestätigt damit schriftlich, dass sie die Kosten für eine Weiterbildung übernimmt. Danach hat man drei Monate Zeit, sich für die Weiterbildung anzumelden. Der Bildungsgutschein muss dabei vom Veranstalter unterschrieben werden und vor Beginn der Fortbildung wieder an die Arbeitsagentur zurückgesendet werden.

Allerdings hat nicht jeder Arbeitslose grundsätzlich ein Anrecht auf den Bildungsgutschein. Ob eine Weiterbildung notwendig ist und damit auch durch die Arbeitsagentur getragen wird, entscheidet der Arbeitsvermittler in jedem Fall einzeln. Wenn die Chance auf eine Rückkehr in den Beruf zum Beispiel durch eine Weiterbildung deutlich erhöht wird, besteht also eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Fortbildung genehmigt wird. Zudem wird regional entschieden welche Bildungsziele erreicht und welche Bereiche gefördert werden sollen.

Detailierte Infos direkt über www.arbeitsagentur.de.


Meister-Bafög

Das neue Meister-Bafög unterstützt, anders als der Name vermuten lassen könnte, nicht nur angehende Handwerks- und Industriemeister, sondern auch andere Fachkräfte, wie Fachwirte, Betriebswirte und Techniker. Das Meister-BAFöG fördert alle Arten von Aufstiegsfortbildungen aus dem nicht-akademischen Weiterbildungsbereich. Hierfür gibt es allerdings bestimmte Voraussetzungen:
  • Der Antragsteller muss eine nach HwO oder BBiG eine anerkannte abgeschlossene Berufsausbildung besitzen oder den Nachweis über entsprechende berufliche Qualifikationen
  • Der Teilnehmer darf noch nicht über eine berufliche Qualifikation verfügen, die dem angestrebten Fortbildungsabschluss mindestens gleichwertig ist (etwa einen Hochschulabschluss).
  • Teilnehmer haben Anspruch auf Förderung, wenn die Weiterbildung auf öffentlich-rechtliche bzw. staatlich anerkannte Abschlüsse vorbereiten, wie z.Bsp. IHK-Abschlüsse.

Der Staat unterstützt die Weiterbildungsteilnehmer bei den Lehrgangs- und Prüfungskosten bis zu einer Grenze von 10.226 €, dabei beträgt der Zuschuss 30,5 Prozent, den übrigen Betrag können die Teilnehmer über ein zinsgünstiges Darlehen finanzieren. Darüber hinaus können noch einmal zusätzlich Zuschüsse für den Lebensunterhalt beantragt werden. Bei bestandener Abschlussprüfung, können auf Antrag 25 Prozent des auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallenden Restdarlehens erlassen werden.

Detaillierte und ausführliche Informationen zum Meister-BAFöG gibt es darüber hinaus auf der entsprechenden Internetseite: www.meister-bafoeg.info.


WeGebAU

Die "Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen" (WeGebAU), fördert Beschäftigte in Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitern, die über 45 Jahre oder geringqualifiziert sind (zum Beispiel Menschen ohne Berufsausbildung oder die seit mindestens vier Jahren nicht mehr im Ausbildungsberuf gearbeitet haben). Auf Antrag können dabei die Kosten der Weiterbildungsmaßnahme von der Arbeitsagentur übernommen werden. Dabei sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen:
  • Die Weiterbildung muss Kompetenzen vermitteln, die über die bisherige Tätigkeit hinausgehen und auf neue Arbeitsbereiche vorbereitet.
  • Die Weiterbildung darf nicht im Betrieb stattfinden.

Während der WeGebAU Weiterbildung stellt der Arbeitgeber den Teilnehmer mit Lohnfortzahlung von der Arbeit frei, wobei er die Lohnkostenzuschüsse für den Arbeitsausfall erhält.

Auch qualifizierte Mitarbeiter können seit 2009 eine Förderung zur Weiterbildung erhalten. Dabei müssen ebenfalls bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Teilnehmer werden für die Weiterbildung von der Arbeit freigestellt und haben weiterhin Anspruch auf Arbeitsentgelt.
  • Der Erwerb des (letzten) Berufsabschlusses und die letzte öffentlich geförderte Weiterbildung liegen mindestens 4 Jahre zurück.
  • Die Weiterbildung findet während betriebsüblicher Arbeitszeiten statt.
  • Bildungsträger als auch die Maßnahme sind für die Weiterbildungsförderung zugelassen

Förderungsätze:

Bei Beschäftigten, die das 45. Lebensjahr vollendet haben, tragen die Agenturen für Arbeit bis zu 75% der Lehrgangskosten. Die verbleibenden Kosten sind vom Betrieb und/oder dem Arbeitnehmer zu tragen. Bei jüngeren Beschäftigten ist eine Förderung nur möglich, wenn der Betrieb mindestens 50% der Lehrgangskosten übernimmt.

Infos über www.arbeitsagentur.de.


Aufstiegsstipendium

Das Aufstiegsstipendium ist für alle Berufserfahrenen mit Ausbildung, die erstmals ein berufsbegleitendes oder Vollzeit ausgelegtes Studium aufnehmen. Unterstützt werden Berufstätige, die eine Abschlussnote der Berufsausbildung von mindestens 1,9 und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung haben.

Auch die erfolgreiche Teilnahme an einen überregionalen Berufsleistungswettbewerb kann zu einer Förderung führen. In Ausnahmefällen kann auch ein begründeter Vorschlag des Arbeitgebers als Voraussetzung anerkannt werden.

Förderungshöhe:

Wenn die Antragssteller Vollzeit studieren, erhalten sie eine Höchstsumme von 670 Euro monatlich plus 80 Euro Büchergeld. Eltern können zusätzlich eine Betreuungspauschale bekommen. Wer sich für die berufsbegleitende Studienvariante entscheidet, erhält im Jahr 2000 Euro Fördergeld.


Weiterbildungsstipendium

Das Weiterbildungstipendium richtet sich an junge Fachkräfte, die sich in ihrem Beruf durch eine Fortbildung weiter qualifizieren möchten. Der Gesamtförderbetrag hierfür umfasst max. 6.000,00 € bei einem Zeitraum von drei Jahren.

Auch für dieses Stipendium gibt es verschiedene Voraussetzungen und Bedingungen, die an eine Förderung geknüpft sind:
  • Teilnehmer müssen einen anerkannten dualen Ausbildungsberuf abgeschlossen haben
  • Der Antragssteller ist nicht älter als 25 Jahre (eine Überschreitung dieser Grenze kann aufgrund von Zivildienst oder Mutterschutz um bis zu drei Jahre verlängert beantragt werden)
  • Zudem muss der Berufsabschluss mit mindestens 87 Punkten oder besser als "gut" bestanden worden sein oder der Teilnehmer ist bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb unter die ersten drei Platzierten gekommen.

Weitere Auskünfte bekommen Sie bei der Stiftung Begabten­förderung berufliche Bildung im Internet unter www.sbb-stipendien.de.


Zuschüsse der Bundesländer


Bildungscheck

Der Bildungscheck wird aktuell in insgesamt neuen Bundesländern angeboten und dient in erster Linie zur Förderung erwerbsfähiger Personen mit geringen Einkommen. In den einzelnen Bundesländern gibt es hierfür jeweils eigene Regelungen - Voraussetzung ist allerdings bei allen, dass der Antragssteller seinen Wohnsitz oder Arbeitsplatz in dem Bundesland hat, in dem er den Antrag stellt. Die Förderungssumme schwankt zwischen 500 und 2000 Euro.

Für Interessierte steht die Website der jeweiligen Länder für erste Informationen zur Verfügung.





- Werbung -