Weiterbildung nach Branchenverbänden - die deutschen Top 5-Branchen

Das Thema Weiterbildung ist nach wie sehr präsent - lebenslanges Lernen ist das Stichwort, das für Berufstätige in einer sich wandelnden Gesellschaft immer mehr zum Leitsatz wird.

Die steigenden Anforderungen an Mitarbeiter und Arbeitnehmer erfordern konsequente Weiterbildung. Denn gerade die gut ausgebildeten Fachkräfte in den einzelnen Branchen werden zunehmend weniger. Umso wichtiger ist es, vorhandenes Personal zeitnah zu schulen und durch regelmäßige Weiterbildungen auf den neuesten fachlichen Stand zu bringen. Die meisten großen Berufsverbände bieten ihren Mitgliedern daher eigene Fortbildungsangebote, in denen die nötigen fachlichen Qualifikationen erlernt werden können. Neben den vielen freien Weiterbildungsanbietern (wie beispielsweise die Volkshochschule), sind die Fachverbände somit die wichtigsten Weiterbildungsträger in den einzelnen Berufszweigen.

Dabei gibt es für viele Angestellte gleich mehrere Vorteile:
Der Berufsverband kann durch den engen Bezug zum Branchenumfeld schnell und detailliert analysieren,

  • welche Anforderungen aktuell in bestimmten Berufsgruppen und Aufgabenfelder gebraucht werden,
  • welche weiteren, eventuell auch durch neue technische Errungenschaften begründeten, Fertigkeiten durch das Personal erforderlich sind
  • in welchen fachlichen Berufsgruppen Arbeitnehmermangel herrscht und schnell durch entsprechende Fortbildungsangebote reagiert werden muss

Zudem können die dafür nötigen Weiterbildungen eng an die notwendigen Qualifizierungsanforderungen durch die Verbandsmitglieder differenziert und benannt werden.

Ganz praktische Beispiele sind für Arbeitnehmer darüber hinaus zum einen die hohe Akzeptanz durch den Arbeitgeber und auch der finanzielle Vorteil, den gerade Verbandsmitglieder oft erhalten. Viele Arbeitgeber arbeiten zudem direkt mit den Weiterbildungsträgern des Berufsverbands zusammen, so dass die Weiterbildungen betriebsintern organisiert und finanziert werden.


Die Verbände

Die größten deutschen Branchen weisen zum größtenteils eigene Dachverbände auf sowie häufig noch mehrere kleinere Verbände, die sich für ein spezielles Berufsfeld innerhalb der Branche oder regional einsetzen. Im Folgenden möchten wir aus den fünfgrößten Branchen der deutschen Wirtschaft die Verbände und ihre Weiterbildungsangebote vorstellen.

1. Die Gesundheitsbranche
Die größte Branche ist mit aktuell 5,7 Millionen Beschäftigen die Gesundheitsbranche. Fast keine Branche ist so vielschichtig wie die Gesundheitsbranche. Vom Apotheker bis zur Zahnarthelferin beinhaltet die Gesundheitsbranche insgesamt rund 300 Berufsfelder. Dabei ist die Branche zudem in einem starken Wachstum. Aufgrund des demografischen Wandels werden wohl in den nächsten Jahren deutlich mehr Stellen in diesem Bereich geschaffen werden müssen, bzw. wird noch mehr Fachpersonal gesucht werden.

Durch die hohe Vielschichtigkeit der Gesundheitsbranche, gibt es auch in der Beschäftigtenvertretung unterschiedliche Verbände.

Verband für medizinische Fachberufe
Einer der größten Verbände ist dabei der VMF - der Verband für medizinische Fachberufe, der vor allem Arzthelferinnen, Tierarzthelferinnen und Zahnarzthelferinnen sowie die Auszubildenden in diesen Berufen vertritt. Als unabhängige Gewerkschaft und Interessenvertretung setzt sich der Verband für die gesellschaftliche Anerkennung und leistungsgerechte Vergütung der beinhaltenden Berufe ein.

Der Verband medizinischer Fachverbände hat eine eigene Weiterbildungsgesellschaft für ihre Mitglieder geschaffen - das Bildungsförderungswerk für Gesundheitsberufe. Das BIG wurde auf Initiative des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. im Jahr 1999 gegründet. Damit wurde ein verbandseigenes Bildungswerk mit eigenem Lehrgangsangebot geschaffen. Die Seminare und Fortbildungen dienen der Kompetenzvertiefung und Aufstiegsqualifizierung. Die Teilnahme ist auch für Nicht-Mitglieder möglich, allerdings erhalten VMF-Mitglieder einen Rabatt.

Darüber hinaus gibt es zu den einzelnen Bereichen in der Gesundheitsbranche immer noch eigene Fach- und Berufsverbände. Hierzu gehören unter anderem:

Der deutsche Pflegeverband
Der DPV bietet seinen Mitgliedern verschiedene Weiterbildungen im Sektor Pflege, wie Stations- oder Gruppenleiter, Pflegesachverständigen oder Gerontopsychiatrischen Fachkraft, an.
Deutschen Gesellschaft für Gesundheit und Prävention e.V..

Deutschen Gesellschaft für Gesundheit und Prävention e.V.
Die DGGP ist einer der großen deutschen Berufsverbände für freie Fachberatungsberufe im Gesundheitswesen. bieten für Mitglieder, aber auch für Nicht-Mitglieder ein breitgefächertes Fortbildungsprogramm.

Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) e. V.
Der DVGS e. V. hat die Aufgabe zur Förderung des öffentlichen Gesunheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege sowie die Förderung von Wissenschaft und Forschung, der Erziehung und der Volks- und Berufsbildung.

Hartmannbund
Der Hartmannbund ist der freie Verband von Ärzten in Deutschlands und vertritt fachübergreifend die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen aller Ärzte, Zahnärzte und Medizinstudierenden in Deutschland.

ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
Die ABDA fördert einen intensiven Meinungsaustausch zwischen ihren 34 Mitgliedsorganisationen. Sie informiert sie über alle relevanten Vorgänge im Gesundheits-, Apotheken- und Arzneimittelwesen. Die ABDA bietet verschiedene Weiterbildungen, Fortbildungen und Wochenendworkshops an.


2. Die Tourismusbranche
Alleine Deutschland weist in einem Jahr rund 38 Millionen Touristen auf, das bedeutet für die Branche hohe Umsätze und hohen Personalbedarf. Im Jahr 2010 trug der Tourismus einschließlich der indirekten und der induzierten Effekte mit rund 214 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Gesamtleistung Deutschlands bei und erreichte damit einen Anteil von 9,7 Prozent. Über drei Millionen Erwerbstätige sind im Tourismus beschäftigt, das sind 12 Prozent aller Erwerbstätigen, was den Tourismus damit zur zweitgrößten Branche in Deutschland macht.

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) setzt sich als Dachverband der deutschen Tourismuswirtschaft für die gemeinsamen, übergreifenden Interessen und Bedürfnisse der Branche ein. Dabei bietet der Bundesverband allerdings für seine Mitglieder keine eigenen Weiterbildungsmaßnahmen, diese werden in der Tourismusbranche überwiegend durch Unternehmen und spezielle Fachverbände angeboten und durchgeführt.

Zu erwähnen wären hier unter anderem:

Der deutsche Reiseverband
Der deutsche Reiseverband (DRV) ist einer der führende Interessenvertreter der Tourismusbranche und setzt sich vor allem für Reiseveranstalter und Reisemittler ein. Der DRV bietet Arbeitnehmern aus der Tourismusbranche mit der DRV-Bildungsdatenbank im Tourismus eine umfassende Datenbank mit knapp 450 Weiterbildungsangeboten, die 450 nach Bildungsträger, Ort, Themenschwerpunkt, Abschluss und Art der Qualifizierung gefiltert werden können.


DEHOGA Bundesverband
Der DEHOGA gliedert sich in 17 Landesverbände und drei Fachverbände (Hotelverband Deutschland, Union der Pächter von Autobahn-Service-Betrieben und dem Verband der Internationalen Caterer in Deutschland) und bietet seinen Mitgliedern mit der DEHOGA Akademie ein breitgefächertes Seminarprogramm mit über 100 Themen und eigenen Zertifikatslehrgängen.


Internationaler Bustourismus Verband
Der RDA Internationaler Bustouristik Verband e.V. (gegründet 1951 als Reise-Ring Deutscher Autobusunternehmungen e.V.) vertritt die gesamte Vielfalt der bustouristischen Wertschöpfungskette. Bietet ebenfalls eine verbandseigene Akademie, die in ihren Seminaren kleinen und mittelständischen Unternehmen praxistaugliche Konzepte und wettbewerbsfähige Lösungen anbietet. Das Kursangebot umfasst Kompaktseminare, die spezielle Fachthemen behandeln, Fachseminare zu den Themen Recht, Steuer, Einkauf sowie zum Themenfeld "Neue Märkte".


3. Die Logistikbranche
Rund 2,75 Menschen arbeiten in der Logistik-Branche und sorgen dafür, dass täglich unzählige Güter mittels Zügen, Flugzeugen und LKWs transportiert werden. Dabei stehen deutsche Logistik-Unternehmen vor der großen Aufgabe, dauerhaft am Markt präsent zu sein und den steigenden Wettbewerb um Kunden mit stetiger Optimierung der Arbeitsabläufe und des Personals zu begegnen - denn gerade der Wettbewerb um Fachkräfte wird immer entscheidender. Die Logistikbranche bietet ihren Mitarbeitern zwei große Verbände, den DSLV (Deutscher Spedition und Logistikverband) und die BVL (Bundesvereinigung Logistik).

Die Bundesvereinigung Logistik
Die BVL hat dabei ihren Mitgliedern einen eigenen Campus aufgebaut, der sich für das lebensbegleitende Lernen in Wirtschaft und Logistik einsetzt: Unter der Schirmherrschaft des BVL Campus bietet die Deutsche Außenhandels- und Verkehrsakademie sowie die Hochschule für Internationale Wirtschaft und Logistik verschiedene Kurse, Seminare und Studiengänge an. Damit soll den in der Logistik tätigen Fachkräften ein verlässliches Aus- und Weiterbildungsangebot garantiert werden, das sie für die internationalen Praxisanforderungen der Branche qualifiziert.


4. Die IKT-Branche
Ein Computer steht heute in fast jedem Haushalt und kaum eine berufliche Tätigkeit kommt kaum heute noch völlig ohne die Nutzung von Computern aus. Knapp 1,5 Millionen IT-Profis sorgen währenddessen für die Herstellung und Wartung der Geräte und bringen damit die Information- und Kommunikationstechnologie (IKT) auf Platz 4 der größten Branchen in Deutschland. Doch obwohl die Branche im Aufschwung ist, zählt auch hier frühzeitige und nachhaltige Personalentwicklung, die die Mitarbeiter fachlich fördert und qualifiziert.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
Der größte Verband in diesem Bereich ist der BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.)
Der Verband versteht sich als das Sprachrohr der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche und vertritt rund 2.000 Unternehmen aus der Information- und Kommunikationstechnologie. Der Verband bietet seinen Mitgliedern eine eigene Akademie.

Die BITKOM Akademie bietet fachliche Weiterbildungen im gesamten IT-Sektor an und verfügt dabei durch die enge Verzahnung mit dem BITKOM e.V. auch über besonderes Branchenwissen, was zu einem hohen Qualitätsstandard bei den angebotenen Fortbildungen führt. Die Akademie führt verschiedene Weiterbildungen in fünf Fachbereichen in Form von Präsenzseminaren, Inhouse-Schulungen und in Live-Online-Seminaren durch. Dabei wird vor allem auf die individuellen Anforderungen von den teilnehmenden Unternehmen und Mitarbeitern eingegangen, um damit die internen Prozesse erfolgreich zu optimieren.


5. Die Maschinen- und Anlagenbau-Branche
Die Branche des Maschinen- und Anlagebaus rangiert mit knapp einer Million auf Platz fünf der deutschen Wirtschaft. Der überwiegende Teil der Unternehmen ist im Mittelstand angesiedelt und gilt allgemein als das Rückgrat der deutschen Industrie. Die Sicherung qualifizierten Fachnachwuchses ist dabei ebenso essentiell wie permanent hohe Mitarbeiterqualifikationen für die Unternehmen in der Maschinen- und Anlagenbau- Branche.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.
Der übergreifende Verband für die Branche im Maschinen und Anlagenbau ist der VDMA, der insgesamt über 3.100, vorrangig aus dem Mittelstand stammende, Mitgliedsunternehmen der Investitionsgüterindustrie vertritt. Der VDMA setzt sich auch für die Ausrichtung auf das Leitbild Lebenslanges Lernen in der Branche ein.

Der VDMA besitzt eine eigene Tochtergesellschaft: das Maschinenbau-Institut, das für die Weiterbildung und Beratung der Mitgliederunternehmen verantwortlich ist. Das Institut bietet verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten in Form von Lehrgängen, Seminaren, Tagungen und Kongressen an und führt zudem unternehmensinterne und individuelle Schulungen durch. Im Bereich Tagungen, Lehrgänge und Seminare werden alle wichtigen Themenbereiche abgehandelt. Dabei sind vor allem die zertifizierten Lehrgänge interessant.

 





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