MOOCs für Weiterbildung im Unternehmen

MOOC ist zunächst einfach die Abkürzung für: Massive Open Online Course. Das sind in der Regel kostenlose Onlinekurse zur Weiterbildung mit sehr vielen Teilnehmern. Das können zum einen per Video aufgezeichnete Vorlesungen sein, deren Lerninhalt hinterher geprüft wird, andere MOOC sind eher wie ein Seminar aufgebaut. Selbstverständlich können auch beide Formen miteinander verbunden sein: Die Vermittlung des Wissens wird über eine Vorlesung erreicht, die per Video aufgezeichnet und somit vielen Teilnehmern zur Verfügung steht, verbunden mit einer Gruppenarbeit, welche durch einen Mentor begleitet wird.

MOOC ist Weiterbildung als offenes Lernexperiment
MOOCs sind für größere Unternehmen eine spannende Art der OnlineWeiterbildung, welche auf die Motivation, die Eigenverantwortung und das Engagement der einzelnen Mitarbeiter setzt. Dabei lernt jedoch niemand für sich allein, sondern vernetzt mit allen anderen Teilnehmern. Diese Form des Online-Lernens fordert von allen Beteiligten die Kombination vom Umgang mit den sozialen Medien, dem öffentlichen Austausch im Internet und des eigenverantwortlichen Lernens.

Der erste MOOC fand im Herbst 2008 statt: George Siemens und Stephen Downes veranstalteten den Kurs "Connectivism and Connective Knowledge". In vierzehn Wochen diskutierten über 2200 Teilnehmer über das Thema des Kurses - das Versprechen, gemeinsam zu lernen. Prüfungen waren hierbei nicht abzulegen. Bisher sind diese Online-Kurse vor allem in den Vereinigten Staaten verbreitet, doch inzwischen experimentieren bereits die ersten deutschen Hochschulen und ihre Professoren mit MOOCs.

Erreichbarkeit durch MOCCs
Es stellte sich bisher heraus, dass mittels MOOC zum sehr viele Teilnehmer an einer Weiterbildung erreichbar sind - doch nicht alle nehmen in diesem Rahmen gleich aktiv an allem teil. Wie in den meisten Communitys im Netz tritt auch hier das Phänomen auf, dass nur ein kleiner Teil der Teilnehmer an dieser Weiterbildung regelmäßig Beiträge verfasst, an Fragen mitdiskutiert und das Netzwerk erweitert. Ein anderer Teil der Teilnehmer kommentiert und nimmt gelegentlich an Live-Events teil. Doch der weitaus größte Teil der Teilnehmer bleibt stumm und unsichtbar. Je länger eine solche Weiterbildung dauerte, desto mehr nahm bisher auch die Beteiligung der aktiven Teilnehmer ab.

Universitäten setzen auf Online-Lernen

Trotzdem setzen immer mehr renommierte Lehranstalten, wie zum Beispiel die Münchener Ludwig- Maximilians- Universität, auf das Online-Lernen für viele Studierende. Begann ursprünglich alles damit, dass Vorlesungen oder einzelner Module per Video aufgezeichnet und ins Internet gestellt werden sollten, gibt es längst virtuelle Plattformen wie MOODLE (Modular Object-Oriented Dynamic Learning Environment), auf der für angemeldete Teilnehmer Videos und Dokumente abrufbar sind. Diskussionen über die Themen sind hier ebenfalls möglich.

Vielfältiger Einsatz des Online-Lernens
Es ist für Universitäten bisher nicht einfach, die online erbrachten Studienleistungen mit Punkten zu bewerten. Denn gerade bei einem MOOC gibt es durch die große Zahl der Teilnehmer einige Herausforderungen, wie zum Beispiel die Identität eines Teilnehmers im Netz zu überprüfen Denn für das erfolgreiche Absolvieren eines Tests oder einer Prüfung sollte sichergestellt sein, dass der Teilnehmer wirklich selbst die Aufgaben löst - und das wie in einer echten Prüfung ohne jede fremde Hilfe. Und wie will man bei Kursen den Wissenstand einzelner Teilnehmer prüfen, wenn sich bis zu einhundertfünfzigtausend Menschen einschreiben?

Wenn persönliche Daten erhoben werden, können einige interessante Schlüsse daraus gezogen werden. Denn aus ihnen kann man nicht nur den Erfolg oder Misserfolg jedes einzelnen Teilnehmers ablesen, sondern auch das individuelle Lernverhalten. Nimmt sich der Teilnehmer jede Aufgabe sofort nach dem Erscheinen gewissenhaft vor oder erledigt er alles erst in der letzten Sekunde? Wann arbeitet der Teilnehmer an seinen Aufgaben? Wie eifrig diskutiert er mit? Hilft er anderen Teilnehmern, oder liest er nur stumm mit? So ließen sich für Arbeitgeber interessante Annahmen über die Teamfähigkeit, die Arbeitsleistung und andere Fähigkeiten der Teilnehmer an einem solchen Kurs ableiten.

Das Angebot wird größer
Die Menge an Online-Kursen wird auch in Deutschland und im gesamten deutschsprachigen Raum weiter zunehmen, auch wenn nicht alle diese Kurse "massiv" sein werden, weil keine extreme Teilnehmerzahl erreicht wird. Allein die Möglichkeit für die interessierten Lernenden, hier ihr eigenes persönliches Netzwerk rund um das Lernen aufzubauen und zu pflegen ist sehr positiv zu beobachten Für Unternehmen heißt es allerdings, viele bisherigen Vorbehalte gegenüber neuen Lernformen aufzugeben und die Einbindung in die eher privaten sozialen Netzwerke zuzulassen. Da die MOOCs ja vor allen Dingen offen sind, bleibt zu überlegen, was eigentlich dagegen spricht, eine bisher intern gehaltene Weiterbildungsveranstaltung für Teilnehmer von außen zu öffnen oder einen bereits bestehenden MOOC in das firmeneigene Weiterbildungsnetz zu integrieren.

Zukunftsaussichten dank MOOC
Ob MOOCs eine größere Reichweite bekommen werden, wird wohl auch davon abhängen, ob sich diese Art der Weiterbildung mit den bereits bestehenden Strukturen und Prozessen der Weiterbildung in den einzelnen Unternehmen verbinden lässt. Hier wird es verschiedene Möglichkeiten geben: Gibt es in einem Unternehmen Menschen, die für die interne Weiterbildung verantwortlich sind, dann können diese zum Manager der Bildungscommunity werden und die Lernprozesse der einzelnen Mitarbeiter begleiten. Weil die MOOCs offen sind, können die Verantwortlichen in den Unternehmen auch schauen, wie diese aufgebaut sind - oder sie engagieren sich selbst als Referent in einem MOOC.

Für diejenigen, die sich weiterbilden wollen, bietet diese Form des Lernens die Möglichkeit, sich eigenverantwortlich mit einzelnen Themen auseinanderzusetzen und sich darüber mit anderen Lernenden auszutauschen. Dank des Internets sind aktuelle Informationen über einzelne Fachgebiete kein Problem mehr. Was bisher noch gefehlt hat, war die Möglichkeit, sich mit anderen gemeinsam darüber auszutauschen. Das ist dank dieser Plattformen möglich - es liegt an jedem selbst, es zu nutzen.





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