Weiterbildung in der Pädagogik - Fachkraft für Frühpädagogik U3

Noch immer fehlen, laut Bertelsmann Stiftung, 42 000 staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher in Kitas und Co. Ab dem 1. August 2013 müssen zudem die Kommunen den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres erfüllen. Doch wem nützt dieser Rechtsanspruch, wenn die nötigen Fachkräfte fehlen? Schließlich fordern die Rahmenbedingungen der U3-Betreuung nicht den Um- und Ausbau der Einrichtungen, sondern auch bestimmte Qualifikationen der Erzieherinnen und Erzieher.

Wir sprachen in unserem Magazin Hauptsache Bildung deswegen mit den Verantwortlichen und Initiatoren des neuen Weiterbildungskurses "Fachkraft für Frühpädagogik U3" an der FH Köln, die genau diese Qualifizierungslücke auf dem Weiterbildungsmarkt schließt.


Die Entwicklung der Weiterbildung „Fachkraft für Frühpädagogik U3“

Die Idee für die Weiterbildung entwickelte Prof. Dr. Strätz, wissenschaftlicher Leiter des Lehrgangs und Experte im Bereich der Frühpädagogik, und sein Team aus verschiedenen Pädagogen. Sie beobachteten den starken Veränderungsprozess, der aufgrund des verstärkten Ausbaus von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren in vielen Kindertageseinrichtungen aktuell stattfindet. Um diesen Herausforderungen kompetent und sicher begegnen zu können, sind viele Erzieher an der Professionalisierung ihrer Arbeit interessiert.

"Viele Fachkräfte, die jetzt schon im Beruf stehen, sind allerdings mit den besonderen Bedürfnissen und Anforderungen der Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern unter drei Jahren weder in der Ausbildung noch in der bisherigen beruflichen Praxis so intensiv in Berührung gekommen, wie dies notwendig wäre. Dadurch ergibt sich ein (quantitativ wie qualitativ) sehr hoher Weiterqualifizierungsbedarf, den u.A. unsere Weiterbildung "Fachkraft für Frühpädagogik U3" aufgreift", so Prof Dr. Strätz im Interview. Deswegen wurde bei der Konzeptionierung besonders Wert darauf gelegt, MitarbeiterInnen und Leitungskräften von Kindertagesstätten eine Weiterbildung anzubieten, die ausreichend Gelegenheit bietet, sich ein fachliches Fundament für die tägliche Arbeit mit Kindern unter drei Jahren zu erarbeiten und sich selbst und die berufliche Rolle zu reflektieren und Handlungsoptionen abzuleiten.

Teilnehmerkreis der Weiterbildung:

Diese Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die eine anerkannte Grundausbildung im elementarpädagogischen Bereich nachweisen können (staatlich anerkannter Erzieher/staatlich anerkannte Erzieherin oder einen Bachelor im Bereich Elementarpädagogik) und sich für den Bereich Frühpädagogik U3 qualifizieren bzw. in diesem Bereich professionalisieren möchten. Wir sprechen Erzieherinnen und Erzieher an, die aktuell oder zukünftig im Bereich U3 arbeiten werden und Leitungskräfte, die diesen Bereich in ihrer Kindertagesstätte auf- bzw. ausbauen möchten.

Aufbau der Weiterbildung:

Diese Weiterbildung ist in vier Module aufgeteilt, in denen unterschiedliche Inhalte theoretisch und praktisch erarbeitet werden. Insgesamt beinhaltet der Weiterbildungslehrgang 15 Seminartage, die mit einen qualifizierten Referentenpool gestaltet wird. In der Zeit zwischen den Modulen erhalten die Teilnehmer/innen Arbeitsaufträge zu themenspezifischen Vertiefungsfeldern, die sie selbstorganisiert in Form von Hospitationen und Projekttagen in Arbeitsgruppen bearbeiten.

Die Erfahrungen aus den Hospitationen und Projekttagen werden in dem jeweils folgenden Präsenzseminar bzw. Modul im Kontext der themenspezifischen Fortbildungseinheiten aufgegriffen und reflektiert. Somit beinhaltet diese Weiterbildung neben den 15 Fortbildungstagen zwei Hospitationstage, einen Projekttag und drei Tage Selbststudium. Im letzten Präsenzseminar dieser Weiterbildung werden die Teilnehmer/innen in Form einer Abschlusspräsentation ein Kolloquium gestalten.

Fachlicher Inhalt der Weiterbildung:

Die Teilnehmerinnen erhalten einen Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften, Kognitionswissenschaften, Lernforschung, Säuglingsforschung, Bindungsforschung, Bildungsforschung, sowie Entwicklungspsychologie, um kindliches Lernen in seiner Komplexität verstehen zu lernen. Diese theoretischen Hintergründe dienen dazu, kindliche Handlungsprozesse neu in den Blick zu nehmen, um über praxismethodische Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren Bildungsprozesse und damit Bildungsanlässe zu erkennen.

Damit werden Theorie und Praxis im Diskurs verknüpft, um anhand der Eigenreflexion der eigenen Erfahrungen pädagogische Bildungsarbeit konkret weiterzuentwickeln. Dazu werden die Teilnehmerinnen zwischen den Weiterbildungsmodulen mit Reflexionsaufgaben betraut, die die erarbeiteten Themen im Selbststudium vertiefen sollen. Als Impulse dienen hierfür Vertiefungen zu den verschiedenen Bildungsthemen, die im Rahmen der Weiterbildung als Praxiseinheiten neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen anbieten. Neben den wichtigen Themen, wie Raum- und Materialgestaltung für Kinder unter drei Jahre, oder die Gestaltung der Eingewöhnung werden als Besonderheit in dieser Weiterbildung u. a. Themen, wie Inklusion und Sprachförderung für Kinder unter drei Jahren mit in den Themenkanon einbezogen.

Kontakt:
 

TH Köln
Zentrum für akademische Qualifikationen und wissenschaftliche Weiterbildung

Information zum Weiterbildungslehrgang
Frühpädagogik U3
Ilona Matheis
An den Dominikanern 2 - 4
50668 Köln

Tel.: 0221 8275-5143
weiterbildung@th-koeln.de

Weiterführende Links:

Das ganze Interview ist in unserem Bildungsmagazin Hauptsache Bildung erschienen oder als pdf abrufbar.





- Werbung -